Memorial Page
Diana Princess of Wales
01.07.1961 - 31.08.1997

               Diana BBC Interview         

 

 

    

Frage: Ihre Königliche Hoheit, in wieweit waren sie auf den Druck, den die Heirat in die Königliche Familie mit sich brachte, vorbereitet?
Diana: Im Alter von 19 Jahren denkt man immer, man sei auf alles vorbereitet und man wisse, was einem bevorsteht. Aber obwohl ich zu der Zeit von den Zukunftsaussichten eingeschüchtert wurde, fühlte ich, dass ich die Unterstützung meines zukünftigen Ehemannes hatte.

Frage: Welche Erwartungen hatten Sie an die Ehe? 
Diana: Ich denke, wie in jeder Ehe, vor allem, wenn man, wie ich, geschiedene Eltern hatte, möchte man es nur noch stärker versuchen, dass es funktioniert und man möchte nicht dem Schema, das der eigenen Familie widerfahren ist, folgen.
Ich wollte verzweifelt, dass es funktioniert, ich habe meinen Ehemann sehr geliebt und ich wollte alles teilen und ich dachte, wären ein sehr gutes Team.

Frage: In wie weit waren Sie sich der Tragweite dessen, das mit Ihnen geschah, bewusst? Schließlich wurden Sie Prinzessin von Wales, im Grunde mit der Aussicht, Königin zu werden.
Diana: Ich war nicht und ich werde nicht von der Verantwortung, die diese Rolle mit sich bringt entmutigt. Es war eine Herausforderung und es ist eine Herausforderung.
Als ich meinen Ehemann heiratete, habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, Königin zu werden. Dieser Gedanke war in weiter Entfernung.
Der entmutigen Aspekt war die Aufmerksamkeit der Medien, weil meinem Ehemann und mir, uns wurde gesagt, wenn wir verlobt seien, würden uns die Medien in Ruhe lassen, das taten sie aber nicht. Und dann, als wir heirateten, sagten sie uns, sie würden uns in Ruhe lassen, aber sie taten es nicht. Und dann begannen sie [Medien] sich sehr auf mich zu konzentrieren und es schien, als wäre ich jeden Tag auf den Titelblättern, was eine ernüchternde Erfahrung war, denn je höher die Medien einen stellen, desto tiefer ist der Fall. Ich war mir dessen immer bewusst.

 
Frage: Wie sind Sie mit dem Übergang von Lady Diana Spencer zu der meist-fotografiertesten Frau der Welt, über die am meisten gesprochen wird, umgegangen?
Diana: Na ja, es dauerte lange um zu verstehen, warum sich die Menschen so für mich interessierten aber ich nahm an, es sei deshalb, weil mein Ehemann wundervolle Arbeit hinführend zu unserer Ehe und Beziehung geleistet hat. Aber dann sieht man sich selbst als ein gutes Produkt, das im Regal liegt und sich gut verkauft und [manche] Menschen machen viel Geld mit einem.

Frage: Es wurde von einigen Zeitungen behauptet, dass Sie weitgehend auf sich alleine gestellt waren, was das Zurechtkommen mit Ihrem neuen Status betrifft. War das Ihre Erfahrung?
Diana: Im Nachhinein, ja. Aber da war eine Situation, die es vorher noch nie in der Geschichte gegeben hat, in dem Sinne, dass die Medien überall waren und da war ein Märchen, von dem alle erwarteten, dass es wahr würde.
Es war isolierend, aber es war auch eine Situation, in der man nicht in Selbstmitleid verfallen konnte. Man musste entweder schwimmen oder man ging unter. Und das man musste sehr schnell begreifen.

Frage: Und was haben Sie gemacht?
Diana: Ich bin geschwommen. Wir fuhren nach Alice Springs in Australien und gingen herum [um das Volk zu treffen] und ich sagte zu meinem Mann: „Was mache ich jetzt?“ Und er sagte „Geh auf die andere Seite und rede mit ihnen.“ Ich sagte, „das kann ich nicht. Ich kann es einfach nicht.“ Er sagte: „Na ja, Du musst es tun.“ Und er ging davon und erledigte seinen Teil und ich ging und erledigte meinen Teil. Das gab mir praktisch auf der Stelle den Rest und als ich zurück in unserem Hotelzimmer war, realisierte ich die Auswirkung {impact}, wissen Sie, ich musste mit mir selbst ins Reine kommen. Wir machten eine sechswöchige Tour, vier Wochen in Australien und zwei Wochen in Neuseeland und als wir dann von Neuseeland nach Hause flogen, war ich ein anderer Mensch. Ich verstand den Sinn dieser Aufgabe [Pflicht], die Größe des Interesses und die beanspruchende Rolle, in der ich mich jetzt befand.

Frage: Waren Sie anfangs von dem Druck, den die Leute auf Sie ausübten, überwältigt?
Diana: Ja, ich war entmutigt, denn was mich betrifft, war ich eine dicke, pausbäckige 20-, 21-jährige und ich konnte das Interesse nicht verstehen.
 
Frage: Würden Sie sagen, dass Sie zu diesem [frühen] Zeitpunkt glücklich verheiratet waren?
Diana: Ganz bestimmt. Aber der Druck der Medien auf uns beide als Paar war sehr groß und wurde von vielen Menschen falsch verstanden.
In Australien, zum Beispiel, als wir herum gingen [um die Menschen, die sich auf den Straßen versammelt hatten, zu treffen], war alles, was man hören konnte „oh, sie ist auf der anderen Seite.“ Wenn man jetzt ein stolzer Mann, wie mein Ehemann ist, macht das einem was aus, wenn man es an jedem Tag in den vier Wochen hört. Und anstatt glücklich zu sein, fühlt man sich energielos.

Frage: Was meinen Sie mit “sie ist auf der anderen Seite”?
Diana: Na ja, sie [die Menschen] waren nicht auf der richtigen Seite um mir zu zu winken oder mich zu berühren.

Frage: Sie [die Menschen] brachten also zum Ausdruck, dass sie, auch schon zum damaligen Zeitpunkt, lieber Sie sahen, als Ihren Mann?
Diana: Ja, womit ich mich aber sehr unwohl fühlte und ich hielt es für unfair, da ich teilen wollte.

Frage: Aber vor allem die Aufmerksamkeit der Medien schmeichelte Ihnen?
Diana: Nein, nicht besonders, denn mit der Aufmerksamkeit der Medien kam viel Eifersucht und sehr viele komplizierte Situationen entstanden [auch] dadurch.

Frage: In diesem frühen Stadium Ihrer Ehe, welche Rolle sahen Sie für sich selbst als Prinzessin von Wales? Hatten Sie eine Vorstellung von der Rolle, die sie vielleicht erfüllen wollen?
Diana: Nein, ich war sehr unsicher, in welchen Bereich ich gehen sollte. Dann engagierte ich mich aber immer mehr mit Menschen, die von der Gesellschaft zurückgewiesen wurden. Drogenabhängige, Alkoholiker, von diesem oder jenem stark mitgenommen. Dort fand ich eine [Verbindung]. Und ich respektierte die Ehrlichkeit, die mir diese Menschen, die ich traf, entgegenbrachten. Wenn Menschen im Sterben liegen, beispielsweise in Hospizen, sind sie viel offener, und [aber auch] verwundbarer und [ehrlicher] als andere Menschen. Das habe ich geschätzt
.

 Frage: Hat der Palast Ihnen einen Anhaltspunkt gegeben, welche Rolle Sie als Prinzessin von Wales vielleicht erwartet?
 Diana: Nein, niemand hat mich mit einem Blatt Papier hingesetzt und gesagt: “Das wird von Dir erwartet”. Aber wieder hatte ich genug Glück, um meine Rolle zu finden und ich bin mir ihr [der Rolle] sehr bewusst und ich liebe es unter Menschen zu sein.

Frage: Sie haben sich also die Rolle, der Sie nachgehen wollten, geschaffen? War es das, was Sie taten?
Diana: Ich denke ja. Ich erinnere mich als ich früher in Krankenhäusern an Betten saß und Hände hielt. Die Menschen waren damals wie schockiert, weil sie sagten, sie hätten so etwas noch nie vorher gesehen und für mich war es eine ziemlich normale Sache. Und als ich die Bestätigung sah, die solche Handlungen hervorriefen, tat ich es überall und das werde ich auch immer tun.

Frage: Kurz nach der Hochzeit wurden Sie schwanger. Was war Ihre Reaktion, als Sie erfuhren, dass es ein Junge wird?
Diana: Unglaubliche Erleichterung. Ich dachte das ganze Land lag mit mir in den Wehen. [Es war wirklich eine] unglaubliche Erleichterung. Aber eigentlich wusste ich, dass William ein Junge werden würde, da ich es auf den Ultraschallbilder gesehen hatte. Es war also keine Überraschung.

 Frage: Wollten Sie immer eine eigene Familie haben?
 Diana: Ja, in meiner Familie waren wir vier [Kinder], deshalb hatten wir wahnsinnig viel Spaß. Dann kamen William und Harry zur Welt – glücklicherweise zwei Jungen, es wäre etwas kompliziert gewesen, wenn es zwei Mädchen gewesen wären – aber das bringt die Verantwortung der Erziehung. Williams Zukunft wie sie [eben] ist und Harry [mehr oder weniger] wie eine Art Unterstützungen in diesem Aspekt.

Frage: Wie haben die anderen Mitglieder der Königlichen Familie reagiert, als sie erfahren haben, dass Sie einen Jungen bekämen?
Diana: Na ja, alle haben sich fürchterlich gefreut. Es war eine ziemlich schwierige Schwangerschaft – ich hatte sie nicht sehr gut durchdacht – als dann William zur Welt kam, war es eine wirkliche Erleichterung weil alles wieder ruhig war und mir ging es für eine zeitlang gut. Dann ging es mir nicht sehr gut wegen postnatalen Depressionen, über welche nie jemand spricht. Im Nachhinein muss man darüber [postnatale Depressionen] lesen und das war eine schwierige Zeit. Man wacht morgens mit dem Gefühl auf, dass man nicht aufstehen möchte und man fühlt sich missverstanden und eben sehr sehr schwach.

Frage: [Und] das passte gar nicht zu Ihnen?
Diana: Nein, gar nicht. Ich hatte vorher noch nie eine Depression. Aber dann, als ich es genauer betrachtet habe, konnte ich sehen, dass mich die Veränderungen, die ich während des letzten Jahres gemacht hatte eingeholt hatten und dass mein Körper sagte „Ich brauche eine Pause.“ 

Frage: Welche Behandlung haben Sie erhalten? 
Diana: Ich bekam eine ganze Menge, aber ich selbst wusste, dass alles was ich eigentlich brauchte, Raum und Zeit waren, damit ich mich an die verschiedenen Rollen, die auf mich zukamen, anpassen konnte. Ich wusste, dass ich es tun konnte, aber die Leute mussten geduldig sein und mir den Raum geben, es zu schaffen.

Frage: Mit der Aussage „all die verschiedenen Rollen, die auf Sie zu kamen“, was meinen Sie damit? 
Diana: Na ja, es war eine sehr kurze Zeitspanne: während eines Jahres hatte sich mein ganzes Leben verändert, sich auf den Kopf gestellt und es gab wunderbare Moment, aber es gab auch herausfordernde. Und ich konnte sehen wo die rauen Kanten geglättet werden mussten.

Frage: Wie war die Reaktion der Familie auf Ihre postnatale Depression?
Diana: Na ja, vielleicht war ich die erste Person, die je in dieser Familie eine Depression hatte oder öffentlich traurig war. Und das war [für die Familie] anscheinend entmutigend, denn wenn man so etwas vorher noch nie gesehen hatte, wie sollte man [die Person] dann unterstützen?

Frage: Welche Auswirkung hatte die Depression auf Ihre Ehe?
Diana: Na ja, sie hängte jedem ein wundervolles neues Schildchen um – Diana ist instabil und Diana ist mental unausgeglichen. Und leider scheint es, dass das durch die Jahre hindurch vorhanden blieb.

Frage: Möchten Sie damit sagen, dass dieses „Schildchen“ in Ihrer Ehe vorhanden blieb? 
Diana: Ich denke [manche] Menschen gebrauchten es und es blieb vorhanden, ja. 

Frage: Laut Presseberichten, war es während dieser Zeit, in der die Dinge so schwierig wurden, dass Sie tatsächlich versuchten sich selbst zu verletzten.
Diana: Mmm. Wenn einem niemand zu hört oder man fühlt [denkt], dass einem niemand zu hört, passieren alle möglichen Dinge. Zum Beispiel hat man so viel Schmerz in sich, dass man versucht und sich [außen] {on the outside} verletzt, weil man Hilfe möchte, aber diese Hilfe, nach der man fragt, ist die falsche. Die Menschen sehen es als blinden Alarm oder Suche nach Aufmerksamkeit und sie denken, nur weil man die ganze Zeit über in den Medien ist, hat man genug Aufmerksamkeit. Aber eigentlich habe ich aufgeschrieen, weil ich wollte, dass es mir besser ging, damit ich nach vorne schauen und meine Pflicht und Rolle als Ehefrau, Mutter und Prinzessin von Wales weiterhin erfüllen konnte. Also, ja. Ich habe mich selbst verletzt. Ich mochte mich nicht, ich schämte mich, weil ich nicht mit dem Druck umgehen konnte.

Frage: Was haben Sie tatsächlich getan?
Diana: Na ja, ich habe meine Arme und Beine verletzt. Und jetzt arbeite ich in dem Bereich, wo ich Frauen sehe, die ähnliche Dinge tun und ich kann [ganz und gar] verstehen, woher sie kommen.

Frage: Was war die Reaktion Ihres Mannes, als sie begannen, sich auf diese Weise selbst zu verletzen?
Diana: Na ja, ich habe es nicht vor ihm gemacht. Und es liegt nahe, dass jeder, der jemanden liebt sehr besorgt darüber wäre.

Frage: Verstand er, den Hintergrund warum Sie sich selbst verletzten? Was denken Sie?
Diana: Nein, aber damals hätten sich auch viele Leute nicht die Zeit genommen das zu sehen.

Frage: Konnten Sie sich zugestehen, dass es Ihnen nicht gut ging oder fühlten Sie sich gezwungen, [Ihre Rolle als] Prinzessin von Wales zu erfüllen?
Diana: Ich fühlte mich gezwungen [die Rolle] zu erfüllen. Na ja, mit „erfüllen“ {perform} meine ich, ich war gezwungen raus zu gehen und meinen Verpflichtungen nachzukommen und die Menschen nicht zu enttäuschen und sie zu unterstützen und sie zu lieben. Und auf eine Weise haben sie [die Menschen] mich unterstützt, wenn ich in der Öffentlichkeit war, obwohl sie sich nicht bewusst waren wie viel Hilfe {healing} sie mir gaben. Das half mir [da] hindurch.

Frage: Aber waren Sie der Meinung, das Bild einer erfolgreichen Prinzessin von Wales aufrechterhalten zu müssen?
Diana: Ja, war ich. Ja.

Frage: Wie Sie sagen wurde die Depression [gelöst], aber es wurde anschließend berichtet, dass Sie an Bulimie litten. Stimmt das?
Diana: Ja. Ich hat Bulimie über einige Jahre hinweg. Das ist wie eine geheime [versteckte] Krankheit. Sie drängt sich einem auf, weil die Selbstachtung auf dem Tiefstand ist und man ist nicht der Meinung, dass man etwas wert sei oder geschätzt wird. Man füllt sich den Bauch [Magen] vier- oder fünfmal pro Tag – manche [auch] öfter – und das gibt einem [ein gutes Gefühl] GEFÜHL DER HILFE? Es ist als würde man umarmt [werden], aber es ist [nur] vorübergehen, zeitlich begrenzt. Dann ekelt man sich vor der Aufgedunsenheit seines Bauches und dann erbricht man wieder alles. Und es ist ein sich wiederholendes Schema, das sich sehr destruktive auswirkt.

Frage: Wie oft würden Sie das täglichen machen?
Diana: Das kommt auf den Druck an. Wenn ich auf einem, wie ich es nenne, {Awayday} war oder wenn ich [den ganzen Tag meinen Pflichten nachgegangen bin], kam ich heim, mit dem Gefühl ziemlich leer zu sein, weil ich mit Sterbenden, sehr kranken Menschen oder Menschen mit Eheproblemen zu tun hatte. Und ich kam nach Hause und es war sehr schwierig, zu wissen, wie ich mich selbst trösten kann, nachdem ich viele andere Menschen getröstet habe, deshalb war es ein regelmäßiges Schema, [an den] Kühlschrank [zu gehen]. Es war ein Symptom dessen, was in meiner Ehe los war. Ich schrie nach Hilfe, gab aber die falschen Signale und [manche] Leute benutzten meine Bulimie, wie einen Mantel auf einem Kleiderbügel {as a coat on a hanger}: Sie entschieden, dass dies das Problem war – Diana war instabil.

Frage: Anstatt hinter das Symptom zu schauen, was die Ursache war.
Diana [nickt]: Mmm…

Frage: Was war die Ursache?
Diana: Die Ursache war die Situation, in der mein Ehemann und ich alles zusammenhalten mussten, weil wir die Öffentlichkeit nicht enttäuschen wollten und trotzdem bestand offensichtlich Besorgnis in unseren vier Wänden.

Frage: Sie meinen zwischen Ihnen beiden?
Diana [nickt]: Mmm…

Frage: Und deshalb haben Sie sich dieser Ess – Brech – Rhythmus[Phase] unterworfen?
Diana: Man könnte das Wort „unterwerfen“ benutzen, aber es war mein Fluchtmechanismus [Abwehrmechanismus] und für mich hat es zu dieser Zeit funktioniert.
 
 Frage: Haben Sie bei irgendeinem anderen Mitglieder der Königlichen Familie Hilfe gesucht?
 Diana: Nein. Man muss wissen, wenn man Bulimie hat, dann schämt man sich für sich selbst und man hasst sich. [Die] Menschen denken, man verschwende das Essen und deshalb redet man nicht mit anderen darüber. Das [Schlimme] an Bulimie ist, dass das Gewicht immer gleich bleibt, wohingegen man bei Magersucht sichtbar abnimmt. So kann man sich also die ganze Zeit über verstellen. Es gibt keinen Beweis.

Frage: Wenn Sie sagen, dass [manche] Leute gesagt haben, Sie würden Essen verschwenden, hat Ihnen dies irgendjemand unterstellt?
Diana: Oh ja, einige Male.

Frage: Was wurde genau gesagt?
Diana: Na ja, es war einfach [etwas wie] „Ich nehme mal an, dass Du [später] dieses Essen wieder verschwenden wirst.“ Und das alleine [löste] Druck [aus]. Und natürlich würde ich, da es meine [Art] war, [mich davon zu] befreien.

Frage: Wie lange dauerte die Bulimie?
Diana: Eine lange Zeit. [Wirklich] eine lange Zeit. Aber jetzt bin ich frei davon.

Frage: Zwei Jahre, drei Jahre?
Diana: Hmm… Ein bisschen mehr als das.

Frage: Laut Berichten der nationalen Presse, war es während dieser Zeit, dass Sie angefangen haben, auf Schwierigkeiten in Ihrer Ehe zu stoßen, in Ihrer Beziehung zum Prinz von Wales. Ist das richtig?
Diana: Na ja, wir waren ein frisch verheiratetes Paar, und wir hatten den Druck [der auf uns lastete] und die Medien, die total fasziniert waren, von allem, was wir taten. Und es war schwierig die Last zu teilen, weil ich immer [nach vorne geschoben wurde], ob es nun meine Kleidung war, was ich gesagt habe, meine Haare, alles. Was eigentlich ein langweiliges Thema war und über die Jahre hinweg [sogar] erschöpfend. Wir wollten [ja] unsere Arbeit als Team [zusammen] machen.

Frage: Welche Auswirkungen hatte das Interesse der Medien auf Ihre Ehe?
Diana: Es machte sie sehr schwierig, [vor allem] in einer Situation, in der ein Paar den gleichen Job macht – wir stiegen aus dem gleichen Auto, schüttelten die gleiche Hand, mein Mann hielt die Reden, ich schüttelte die Hände – praktisch waren wir ein Ehepaar, das den gleich Job hatte, was für jeden sehr schwierig ist und noch schwieriger, wenn man die ganze Aufmerksamkeit [allein] bekommt. Wir haben uns angestrengt, aber es war sehr schwierig und dann hat mein Mann entschieden, dass wir getrennten Pflichten nachgehen, was für mich etwas traurig war, weil ich die Begleitung wirklich mochte. Aber wieder hatte ich keine Wahl.

Frage: Also war es nicht Ihr Wunsch, [den Verpflichtungen] alleine [nachzugehen]?
Diana: Nein, ganz und gar nicht. Nein. 

Frage: In der Biografie des Prinzen von Wales, geschrieben von Jonathan Dimbleby, welche, wie Sie wissen, letztes Jahr veröffentlich wurde, wird angedeutet, dass Sie und Ihr Ehemann sehr unterschiedliche Ansichten haben, sehr unterschiedliche Interessen. Würden Sie dem zustimmen?
Diana: Nein. Ich denke, wir hatten viele [gemeinsame Interessen]. Wir beide mochten Menschen, das Leben auf dem Land und liebten Kinder. Wir arbeiten beide im Fachbereich für [Krebskranke] und in Hospizen. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde ich aber zu dieser Zeit von den Medien als irgendjemand dargestellt, weil ich keine O-Levels bestanden hatte und keine A-Levels gemachte. Ich war dumm. Und ich machte einmal den schwerwiegenden Fehler und sagte ich sei als Kind dumm wie Bohnenstroh gewesen, um damit die Nervosität eines Kindes zu lindern, was ich [damit] auch tat. Aber die Schlagzeile ging um die Welt und ich bereute, das gesagt zu haben.

Frage: Der Prince of Wales wird in seiner Biografie als großer Denker beschrieben, als ein Mann mit unglaublich vielen Interessen. Was hielt er von Ihren Interessen?
Diana: Na ja, ich glaube, ich durfte gar keine habe. Ich denke ich blieb immer das 18-jährige Mädchen mit dem er sich verlobt hatte. Ich denke, man mir nicht zu gute gehalten hat, dass ich reifer wurde. Aber ich musste um Himmelswillen auch einmal erwachsen werden.

Frage: Wie meinen Sie das?
Diana: Nun ja…

Frage: Wenn Sie sagen es wurde Ihnen nicht zu gute gehalten, nicht zugetraut, erwachsen zu werden, was meinen Sie damit?
Diana: Na ja, wenn ich mal etwas Positives getan habe, hat nie jemand etwas gesagt wie „gut gemacht“ oder „war es okay?“. Aber sobald ich einen Fehler machte, was unweigerlich passierte, weil das alles für mich neu war, prasselten [die Vorwürfe] nur so auf mich nieder.

Frage: Wie sind Sie damit fertig geworden?
Diana: Nun, es gab eine Menge Tränen und die Bulimie, in die ich geflüchtet bin.

Frage: Einige Menschen fänden es schwierig zu glauben, dass Sie mit so vielem alleine gelassen wurden und was Sie beschreiben lässt vermuten, dass die Beziehung zu Ihrem Mann schon zu diesem frühen Zeitpunkt nicht sehr gut war.
Diana: Na ja, es lastete ein enormer Druck auf uns und wir haben beide versucht, dies zu verheimlichen, aber dies ist uns nicht gelungen.

Frage: Um 1986 herum soll Prinz Charles laut Jonathan Dimbleby sein Verhältnis zu Camilla Parker-Bowles wieder aufgenommen haben. Waren Sie sich dessen bewusst?
Diana: Ja, allerdings konnte ich in meiner Lage nichts dagegen tun.

Frage: Welchen Beweis hatten Sie, dass diese Beziehung auch während ihrer Ehe weiterging?
Diana: Der Instinkt einer Frau ist außerordentlich gut.

Frage: War das alles?
Diana: Nein, aber ich wusste Bescheid.

Frage: Durch die Bediensteten?
Diana: Durch Personen, die sich um unsere Ehe kümmerten und sorgten, ja.

Frage: Welche Folgen hatte das für Sie?
Diana: Ziemlich verheerende Folgen. Ungehemmte Bulimie, wenn es so etwas gibt, und das Gefühl, zu nichts imstande zu sein, nutzlos und hoffnungslos, eine Versagerin auf der ganzen Linie zu sein.

Frage: Und einen Ehegatten zu haben, der ein Verhältnis mit einer anderen hatte.
Diana: Ja, mit einem Mann verheiratet zu sein, der eine andere liebte.

Frage: Haben Sie das wirklich geglaubt?
Diana: Na ja, ich habe das nicht geglaubt, ich habe es gewusst.

Frage: Wie haben Sie das herausgefunden?
Diana: Durch sein Verhalten, eben aufgrund all jener Dinge, die ein weiblicher Instinkt hervorbringen kann. Man weiß es einfach.
Es war schon schwer auszuhalten, aber mit der Zeit wurde es immer unerträglicher.
 
Frage: Was genau ging in Ihrer Ehe vor, wieso wurde es immer unerträglicher?
Diana: Nun, die Leute sagten - wenn ich ‚Leute’ sage, dann meine ich Freunde, seitens meines Mannes - dass ich wieder labil sei, krank und dass ich am besten in eine Art Heim gesteckt werden sollte, um wieder gesund zu werden. Ich war schon fast so etwas wie eine Blamage.

Frage: Glauben Sie, dass Ihr Mann wirklich so dachte?
Diana: Ja, wenn man eine Person demontieren will, dann gibt es nichts Besseres als sie zu isolieren.

Frage: Das heißt, dass Sie ausgeschlossen wurden?
Diana: Ja, sehr sogar.

Frage: Glauben Sie, dass Camilla Parker-Bowles ein Grund für das Scheitern Ihrer Ehe war?
Diana: Nun ja, in unserer Ehe waren wir zu dritt, und da war einer zuviel.

Frage: Sie führten also ein getrenntes Leben, allerdings gab es da in der Öffentlichkeit immer noch die Auftritte dieses glücklich verheirateten königlichen Ehepaares. Was dachte die königliche Familie über diesen Zwiespalt?
Diana: Ich glaube, sie waren alle sehr besorgt, weil sie sehen konnten, dass wir Probleme hatten, allerdings wollen sie auch nicht eingreifen, sondern nur zeigen, dass sie da waren, falls wir sie brauchen sollten.

Frage: Glauben Sie, dass man es akzeptierte, dass Sie im Prinzip zwei Leben führten - ein privates und ein öffentliches?
Diana: Nein, denn die Medien waren auch in diesem Punkt sehr daran interessiert, unsere {in Anführungszeichen} Rollenverteilung zu kennen; wenn wir zum Beispiel auf Auslandsreise gingen, bekamen wir getrennte Hotelzimmer, obwohl immer auf demselben Gang, und solche Dinge sind natürlich durchgesickert und haben uns Schwierigkeiten bereitet. Aber Charles und ich mussten unsere Pflicht tun und das war vorrangig vor allem anderen.

Frage: Sie haben also in gewisser Hinsicht dieses Doppelleben wegen Ihrer öffentlichen Verpflichtungen auf sich genommen?
Diana: Na ja, in der Öffentlichkeit gaben wir ein gutes Team ab, denn trotz all dem, was in unserem Privatleben vor sich ging, waren wir ein gutes Team.
 
Frage: Mit einer derartigen Situation würden sich viele Leute sicher nicht abfinden können.
Diana: Das ist nicht mein Problem. Ich weiß nur, wie ich mich dabei fühlte.

Frage: Queen Elizabeth hat das Jahr 1992 als ihr ‚annus horibilis‘ bezeichnet und genau in dem Jahr wurde Andrew Mortons Buch über Sie veröffentlicht. Haben Sie Andrew Morton jemals getroffen oder ihm persönlich beim Verfassen des Buches geholfen?
Diana: Nein, ich habe ihn nie getroffen.

Frage: Haben Sie ihm beim Schreiben seines Buches persönlich in irgendeiner Weise geholfen?
Diana: Es gab eine Vielzahl von Menschen, die den Kummer, der mein Leben bestimmte, erkannten und deshalb der Meinung waren, dass sie dem Autor behilflich sein sollten.

Frage: Haben Sie es Ihren Freunden, ich meine, Ihren engsten Freunden erlaubt, mit Andrew Morton zu sprechen?
Diana: Ja, das habe ich.

Frage: Warum?
Diana: Ich war mit meinen Kräften am Ende. Ich war ganz einfach verzweifelt. Ich glaube, ich hatte es einfach satt, als ein totales Wrack angesehen zu werden, denn ich habe einen sehr starken Charakter und ich war mir bewusst, dass ein starker Charakter in dem System, in dem ich lebe, zu Komplikationen führen konnte.

Frage: Was hätte ein Buch daran ändern können? 
Diana: Ich weiß es nicht. Vielleicht hätten die Leute mich dann einfach besser verstanden, vielleicht gibt es ja auch viele andere Frauen, die innerhalb einer anderen Umgebung genauso wie ich leiden, aber nicht die Kraft haben, sich dagegen zur Wehr zu setzen, weil ihre Selbstachtung zerstört worden ist. Ich weiß es nicht.

Frage: Was für Auswirkungen, glauben Sie, hatte dieses Buch auf Ihren Ehegatten und die königliche Familie?
Diana: Ich glaube, alle waren ziemlich geschockt und entsetzt und sehr enttäuscht.

Frage: Haben Sie Verständnis für diese Reaktion?
Diana: Ich denke, dass auch das Buch von Jonathan Dimbleby für viele Leute ein Schock war und eine Enttäuschung zugleich.

Frage: Wie hat sich das Buch von Andrew Morton auf Ihre Beziehung zu Ihrem Ehegatten ausgewirkt?
Diana: Nun ja, das was bis dahin verborgen war - oder besser, wovon wir dachten, dass es verborgen war - kam in die Öffentlichkeit und es wurde nun tagtäglich darüber gesprochen und dann war da die Belastung für uns beide, mit uns selbst ins reine kommen zu müssen. Sollten wir zusammen bleiben oder uns trennen? Die Worte Trennung und Scheidung tauchten von dem Zeitpunkt an täglich in den Medien auf.
Frage: Was passierte nach der Veröffentlichung des Buches?

Diana: Nun, wir quälten uns so durch. Wir nahmen unsere Termine gemeinsam wahr. Und in unserem Privatleben ging es natürlich wesentlich turbulenter zu.
Frage: Kam es zur Krise?
Diana: Ja, nach und nach, ja. Aber mein Mann und ich haben das in Ruhe diskutiert. Wir haben gesehen, was die Öffentlichkeit von uns erwartete. Und das war vor allem Klarheit in einer Situation, die auch nach außen hin immer unerträglicher wurde.

Frage: Wie ging es dann weiter?
Diana: Wie haben uns mit den Rechtsanwälten zusammengesetzt und haben über eine mögliche Trennung gesprochen - natürlich mussten eine Menge anderer Personen mit einbezogen werden, der Premierminister, Ihre Majestät - und dann, könnte man sagen, nahmen die Dinge ihren Lauf.

Frage: Im Dezember desselben Jahres haben Sie dann einer rechtlichen Trennung zugestimmt. Wie haben Sie das empfunden?
Diana: Ich war zutiefst traurig. Wir hatten schließlich lange dafür gekämpft zusammen zu bleiben, aber es schien, als wenn wir beide keine Kraft mehr hatten. Und in gewisser Hinsicht war es für uns auch eine gewisse Erleichterung, weil wir nun endlich eine Entscheidung getroffen hatten. Mein Mann bat um die Trennung und ich habe meine Zustimmung gegeben.

Frage: Es war also nicht Ihre Idee?
Diana: Nein, keineswegs. Ich kam schließlich aus einer zerbrochenen Familie und wollte so etwas nicht noch einmal mitmachen.

Frage: Was passierte dann?
Diana: Wir, ich habe meinen Ehegatten gebeten, unseren Entschluss bekannt zu geben, bevor in der Schule unserer beiden Söhne die Weihnachtsferien anfingen, denn die Schule verlieh ihnen einen gewissen Schutz. Und das tat er dann auch, und machte es am 9. Dezember publik. Ich war gerade in [Schottland] unterwegs. Ich habe es im Radio gehört und fand es sehr, sehr traurig. Wirklich traurig. Das Märchen war zu Ende, vor allem weil unsere Ehe eine Wende, eine unerwartete Wende genommen hatte.

Frage: Haben Sie Ihren Kindern dann auch gesagt, dass Sie sich trennen würden?
Diana: Ja, ich bin eine Woche früher zurückgefahren und haben ihnen erklärt, was los war. Und sie haben es wie Kinder aufgenommen - haben viel gefragt - und ich hoffte, sie beruhigen zu können. Aber da kann man sich nie so richtig sicher sein.

Frage: Was denken Sie, welche Auswirkung die Ankündigung auf Ihre Söhne hatte?
Diana: Ich glaube, dass die Ankündigung unserer Trennung bei mir und auch meinem Mann einen überaus tiefen Eindruck hinterlassen hat, die Kinder waren davon eher weniger betroffen, weil sie in der Schule doch irgendwie fern ab von allem waren.

Frage: Als dann die Trennung vollzogen war und wir ins Jahr 1993 gingen, was ist in dieser Zeit dann passiert?
Diana: Die Tagesordnung änderte sich von einem Tag auf den anderen. Ich war jetzt die getrennt lebende Frau des Prinzen von Wales. Ich war ein Problem, eine Art lästige Verpflichtung. Wie sollen wir jetzt mit ihr umgehen? So etwas war noch nie vorgekommen.

Frage: Wer hat sich solche Gedanken gemacht?
Diana: Die Leute um mich herum, die in meiner Umgebung waren und…

Frage: Die Hausangestellten der königlichen Familie?
Diana: Ja, die Leute, die mich umgaben, sie alle.

Frage: Man fing an, Sie als ein Problem zu betrachten?
Diana: Ja, eigentlich sehr sogar.

Frage: Wie hat sich das gezeigt?
Diana: Indem Auslandsreisen abgeblockt wurden, Dinge, die ich sonst normalerweise tat, unterbunden wurden, abgeschickte Briefe verloren gingen, und vieles andere mehr.

 Frage: Obwohl Sie also bereit waren, Ihre bisherige Pflichten weiter wahrzunehmen, standen Sie vor dem Problem, dass man diese von Ihnen fernhielt?
Diana: Ja. Nach unserer Trennung war mit einem Mal alles anders. Man machte mir das Leben sehr schwer.

Frage: Wer steckte hinter diesen Veränderungen?
Diana: Na ja, alle, die auf der Seite meines Mannes standen, waren eifrig damit beschäftigt, mich zu blockieren.

Frage: Wie haben Sie reagiert, als die Nachricht verbreitet wurde, dass angeblich ein Telefonat zwischen Ihnen und James Gilbey auf Band aufgenommen worden war?
Diana: Ich habe mich vor ihn gestellt, weil er immer ein guter Freund gewesen war und es auch damals war und ich es außerdem nicht ertragen konnte, dass sein Leben in Mitleidenschaft gezogen würde, nur weil er mit mir zu tun hatte. Das hat mich besorgt, denn ich möchte meine Freunde schützen.

Frage: Haben Sie das besagte Telefonat wirklich geführt?
Diana: Ja, das haben wir. In der Tat.

Frage: Auf dieser Tonbandaufnahme spricht Herr Gilbey von seiner Zuneigung zu Ihnen. Hat er das so gesagt?
Diana: Ja, hat er. Ich finde, er ist ein sehr liebevoller Mensch. Allerdings hat man aus dem Gespräch die Schlussfolgerung gezogen, dass wir Ehebruch begangen hatten, was allerdings nicht wahr ist.

Frage: Können Sie sich vorstellen, wie es dazu kam, dass dieses Gespräch in der englischen Presse veröffentlicht wurde?
Diana: Nein, aber man hat dies nur getan, um mir Schaden zuzufügen und damals musste ich zum ersten Mal erfahren, wie es war, sozusagen draußen zu sein, nicht mehr Mitglied der königlichen Familie zu sein.

Frage: Welche Absicht, glauben Sie, stand dahinter?
Diana: Man wollte die Öffentlichkeit dazu bringen, ihre Meinung über mich zu ändern. Es war so, dass mein Mann, für den Fall, dass wir uns scheiden lassen würden, mehr Trümpfe in der Hand haben würde - es war so eine Art Pokerspiel, oder Schachspiel.

Frage: Außerdem waren da noch eine Reihe von Telefonaten, die Sie angeblich mit einem gewissen Oliver Hoare geführt haben sollen. Haben Sie diese belästigenden Anrufe, wie man dies nannte, geführt?
Diana: Mir wurde nachgesagt, in sehr kurzer Zeit mehr als 300 Telefonate geführt zu haben, was mich, wenn man meinen Alltag zu dieser Zeit mit in Betracht zieht, zu einer ungeheuer beschäftigten Frau gemacht hätte. Nein, ich habe diese Telefonate nicht geführt Aber das war auch wieder so ein Manöver, um mich in Misskredit zu bringen, was auch beinahe geglückt wäre, allerdings zu Unrecht, denn ich habe meine eigenen Nachforschungen angestellt und herausgefunden, dass die meisten Telefonate von einem kleinen Jungen geführt wurden. Doch habe ich auch gelesen, dass ich angeblich in allen Fällen die Anruferin gewesen sein soll. Mr. Hoare hat mir dann gesagt, dass seine Telefone von der Polizei abgehört würden. Er bat mich, ihn nicht mehr anzurufen. Das habe ich dann auch gemacht, obwohl ganz eindeutig jemand anders dies dann an meiner Stelle getan hat.

Frage: Haben Sie ihn überhaupt jemals angerufen?
Diana: Ja, früher habe ihn öfters angerufen.

Frage: Einmal, zweimal, dreimal?
Diana: Ich weiß es nicht mehr. über einen Zeitraum von sechs Monaten waren es einige Male, aber keinesfalls in einer so besessenen Art und Weise, nein.

Frage: Sind Sie wirklich der Ansicht, dass eine Kampagne gegen Sie in Gange war?
Diana: Ja, da bin ich mir absolut sicher.

Frage: Wieso?
Diana: Ich war die getrennt lebende Frau von Prince Charles, ich war ein Problem, Punkt. Das war etwas, was zuvor noch nie da gewesen war, was fangen wir nun mit ihr an?

Frage: Können wir sie nicht irgendwo hinbringen und ruhig halten anstatt eine Kampagne gegen sie zu starten?
Diana: Sie würde so etwas nicht mitmachen, da lag das Problem. Ich werde bis zum Schluss kämpfen, weil ich glaube, dass ich meine Pflicht tun muss und dass ich zwei Kinder erziehen muss.

Frage: Ende 1993 hatten Sie permanent Probleme mit der Presse - die besagten Telefongespräche wurden veröffentlicht - und deshalb beschlossen Sie, sich vom öffentlichen Leben zurückzuziehen. Warum taten Sie das?
Diana: Die Belastung war ganz einfach zu groß, und meine Arbeit wurde davon in Mitleidenschaft gezogen. Ich wollte 110%-ige Arbeit leisten, war aber nur zu 50% imstande. Ich war ständig müde, erschöpft, weil der Druck einfach grausam war. Deshalb dachte ich, dass die einzige Möglichkeit war, an die Öffentlichkeit zu treten, eine Rede zu halten und mich auszusprechen, bevor ich die Leute enttäuschen würde, weil ich meine Arbeit nicht richtig machte. Es war meine eigene Entscheidung, diese Rede zu halten, weil ich das der Öffentlichkeit einfach schuldig war und deshalb sagte ich ‚danke für alles, ich werde jetzt eine Weile verschwinden, aber ich komme wieder‘.
Frage: Es hat dann allerdings nicht sehr lange gedauert, bis Sie dann tatsächlich wieder zurückgekommen sind.
Diana: Ich weiß nicht, ob das wirklich so war, denn irgendwie habe ich doch eine Menge Arbeit geleistet, im Verborgenen, ohne Beteiligung der Medien, ich habe eigentlich nie richtig aufgehört mit meiner Arbeit. Ich war lediglich nicht mehr so wie vorher üblich jeden Tag in der Öffentlichkeit zu sehen, ich konnte es einfach nicht. Denn zu dem Zeitpunkt war die Kampagne gegen mich recht erfolgreich, obwohl es die Leute überrascht hat, als sie sahen, wer für das ganze Leid verantwortlich war - alle waren überrascht, als ich mich aus dem Spiel zurückzog. Damit hatte niemand gerechnet. Und ich glaube fest daran, dass man seine Feinde verwirren sollte.

Frage: Wer waren ihre Feinde?
Diana: Nun, meine Feinde, das war die Gefolgschaft meines Mannes, und das lag daran, dass ich schon immer mehr Publicity hatte als er, meine Arbeit wurde einfach öfter, viel öfter erwähnt als seine Arbeit. Wenn man dies bedenkt, kann ich das sogar verstehen. Aber ich habe ja nur Gutes getan, ich wollte nur Gutes tun. Ich wäre nie in der Lage, jemanden zu verletzen oder jemanden einfach so fallen zu lassen.

Frage: Sind Sie wirklich der Meinung, dass man Ihre Arbeit nur aus Eifersucht untergraben wollte?
Diana: Ich glaube, es war eher Angst, weil ich eine starke Persönlichkeit war, eine Frau, die ihren Job machte und man sich fragte, wo diese Frau wohl die Kraft hernahm weiterzumachen?

Frage: Wie haben Sie darauf reagiert, als Ihr Mann in dem Buch von Jonathan Dimbleby enthüllte, dass er tatsächlich Ehebruch begangen hatte?
Diana: Ich war mir gar nicht bewusst, dass so etwas in dem Buch stand und habe es auch erst an dem Tag der Veröffentlichung abends in den Nachrichten gehört und mein erster Gedanke waren meine Kinder, weil sie nicht in der Lage waren, das zu verstehen, was da ans Tageslicht kam - ich wollte sie schützen. Ich selbst war auch ziemlich niedergeschlagen. Obwohl ich dann auch wieder die Ehrlichkeit bewundert habe, weil dazu wirklich eine Menge Mut gehört.

Frage: Inwiefern?
Diana: Nun, ein Verhältnis mit einer anderen Frau einzugestehen, in seiner Position - da gehört eine Menge dazu.

Frage: Wie sind Sie damit den Kindern gegenüber umgegangen?
Diana: Ich bin zu den beiden in die Schule gegangen und habe es speziell William erklärt und ihm gesagt, wenn man im Leben jemanden findet, den man liebt, muss sich an ihn klammern und sich um ihn kümmern muss und wenn man jemanden findet, der einen liebt, dann muss man diesen Menschen beschützen. William fragte dann, was denn passiert war und ob ich seine Fragen beantworten konnte, was ich dann auch gemacht habe. Er fragte, ob das der Grund dafür sei, dass unsere Ehe zerbrochen war. Und ich habe zu ihm gesagt, dass wir in unserer Ehe zu dritt waren, und dass der Druck durch die Medien ein anderer Faktor war, und dass beides zusammen ziemlich schwierig war. Und dass ich, obwohl ich seinen Papa noch liebte, nicht mit ihm und folglich nicht mit den Kindern unter einem Dach leben könne.

Frage: Was glauben Sie, wie hat sich das auf Prince William ausgewirkt?
Diana: Nun er ist ein Kind, das viel nachdenkt und es wird noch ein paar Jahre dauern, bevor wir erfahren werden, wie er das aufgenommen hat. Ich habe es ihm jedenfalls vorsichtig beigebracht, ohne Feindseligkeit oder Wut.

Frage: Wenn Sie zurückschauen, glauben Sie, dass Sie für die Schwierigkeiten in Ihrer Ehe in irgendeiner Weise verantwortlich waren?
Diana: Ich übernehme die volle Verantwortung, ich übernehme einen Teil der Verantwortung dafür, dass unsere Ehe sich so entwickelt war, wie dies der Fall war. Ich übernehme die Hälfte der Schuld, denn es braucht zwei Personen, um in eine solche Situation zu geraten.

Frage: Tragen Sie also Verantwortung dafür?
Diana: Ja, natürlich. Wir haben beide Fehler gemacht.

Frage: In einem anderen, kürzlich veröffentlichten Buch ist von einem gewissen James Hewitt die Rede, der behauptet, von - ich glaube - etwa 1989 an mit Ihnen eine enge Beziehung gehabt zu haben. Wie verhielt es sich mit dieser Beziehung?
Diana: Er war ein guter Freund in einer schwierigen Zeit, früher einmal und er war immer für mich da, um mir zu helfen und deshalb war ich ganz und gar enttäuscht, als dieses Buch erschien, weil ich ihm vertraute und weil ich mir auch hier wieder Sorgen darum machte, wie es die Kinder aufnehmen würden. In der Tat gab es in dem Buch der Wahrheit entsprechende Dinge, aber viel davon kam, kommt aus einer anderen Welt und entsprach nicht den Tatsachen.

Frage: Wie meinen Sie das?
Diana: Nun, in dem Buch war vieles reine Phantasie und ich empfand es als sehr bedrückend, dass einer meiner Freunde, dem ich vertraut hatte, sich auf meine Kosten bereicherte. Das fand ich absolut nicht in Ordnung. Und obendrein hat er mich noch 10 Tage, bevor das Buch in die Geschäfte kam, angerufen und mir versichert, dass in dem Buch nichts vorkam, worüber ich mir Sorgen machen müsse, und ich habe ihm das dummerweise geglaubt. Und als es das Buch dann zu kaufen gab, bin ich zuallererst zu meinen Söhnen gegangen. Und da hat William eine Tafel Schokolade herausgeholt und gesagt: ‚Mami, da hat dir jemand wehgetan. Hier, nimm die Schokolade, die ist dafür, dass du wieder lächelst.‘ Und so…

Frage: Ging Ihre Beziehung über eine enge Freundschaft hinaus?
Diana: Ja, allerdings.

Frage: Waren Sie Ihrem Mann untreu?
Diana: Ja, ich habe James verehrt. Ja, ich war in ihn verliebt. Aber ich bin auch selbst enttäuscht worden.

Frage: Wie würden Sie Ihr jetziges Leben beschreiben? Sie führen jetzt ein sehr unabhängiges Leben, nicht wahr?
Diana: Ja, das macht mir aber eigentlich nichts aus. Wissen Sie, viele Leute sind der Meinung, dass alles in allem ein Mann eben doch die einzige Lösung ist. Obwohl, ein Job, der einen ausfüllt, da schon besser ist. (Gelächter)

Frage: Wie meinen Sie das? 
Diana: Na ja, jeder männliche Besucher, der in meine Wohnung kam, wurde in den Medien sofort mit mir in Verbindung gebracht und es brach jedes Mal sofort ein Sturm der Entrüstung los. Das war schon sehr hart gegenüber meinen Freunden und natürlich auch aus meiner Sicht.

Frage: Heißt das, dass Sie glauben, den Rest Ihres Lebens auf sich allein gestellt zu sein?
Diana: Nein, ich bin in Wirklichkeit gar nicht allein. Ich habe wunderbare Freunde und ich habe meine beiden Kinder und meine Arbeit. Es liegt wohl daran, dass ich im Kensington Palace wohne, weshalb ich ein bisschen isoliert bin, aber vielleicht geht es uns allen so.
Frage: Wie denken Sie über das Verhalten der Presse Ihnen gegenüber?

Diana: Selbst heute finde ich das Interesse an mir immer noch beängstigend und übertrieben, weil ich es nicht gern habe, im Mittelpunkt zu stehen. Sofern ich meine öffentlichen Verpflichtungen wahrnehme, kann ich verstehen, dass ich schon beim Aussteigen aus dem Wagen fotografiert werde, doch derzeit werde ich, sobald ich den Fuß vor die Tür setze und aus dem Haus gehe, fotografiert. Ich weiß nie, wo plötzlich eine Kamera vor mir auftauchen wird. An ganz normalen Tagen werde ich von vier Autos verfolgt und wenn ich zurück zu meinem Wagen gehe, stehen da plötzlich sechs freiberufliche Fotografen um mich herum. Es gibt Leute, die sagen, dass es einfacher wäre, wenn mich ständig ein Polizist begleiten würde, obwohl ich keineswegs glaube, dass dies die Lösung wäre. Sie haben entschieden, dass ich immer noch, nach 15, 16 Jahren ein gut verkäufliches Produkt bin und deshalb rufen sie mir immer wieder zu: ‚Oh, Diana, bitte schau ein bisschen freundlicher. Wenn ich von Ihnen ein Foto schießen kann, kann ich meine Kinder auf eine bessere Schule schicken.‘ So etwas kann man dann lachend abtun. Aber so geht es die ganze Zeit. Es ist schon schwierig.

Frage: Es gibt Leute, die behaupten, dass Sie in den ersten Jahren Ihrer Ehe in gewissem Masse dafür verantwortlich waren, das Interesse der Presse an Ihnen zu schüren - Sie haben mit Leuten wie dem Schauspieler Wayne Sleep getanzt und schienen dabei Spaß gehabt zu haben, Sie hatten eine recht gute und herzliche Beziehung zu ihm. Fühlen Sie sich in irgendeiner Weise für das Verhalten der Presse Ihnen gegenüber verantwortlich?
Diana: Ich habe die Medien nie zu irgendwas ermuntert. Früher hat das mit der Presse gut funktioniert, aber mittlerweile kann ich es nicht mehr ertragen, weil das Verhalten ausfallend und zu einer reinen Schikane geworden ist. Allerdings möchte ich auch nicht den Eindruck erwecken, dass ich mich meinem Selbstmitleid hingebe. Ich kann auch verstehen, dass die Fotografen ihre Arbeit machen. Man könnte ihre Berichterstattung mit einer Seifenoper vergleichen. Sie geht absolut unaufhörlich immer weiter, ohne dass sich die Handlung jemals ändert. Und jedes Mal, wenn es einem gut geht - auch wenn es in einer anderen Situation ist - muss man dafür bezahlen, weil die Leute einen kritisieren und weil das offenbar nun mal dazu gehört. Allerdings bin ich eine unkonventionelle Frau - sehr zum Leidwesen einiger Personen.

Frage: Aber hier im Kensington Palace, sind Sie hier abgeschirmt?
Diana: Ja, durch die Art der Situation, in der ich mich befinde, aber ich verspüre deshalb keinerlei Selbstmitleid. Ich habe meine Arbeit, die ich mir selbst ausgesucht habe und ich habe meine beiden Jungen und dann sind da noch die vielen neuen Aufgaben, die ich im nächsten Jahr erfüllen muss, zum Beispiel die Auslandsreisen: ich werde Argentinien besuchen, worüber ich sehr glücklich bin, weil ich sehr stark hoffe, dass ich das gute Verhältnis, das derzeit zu Argentinien besteht, weiterführen kann. Ich fände es gut, wenn mein Besuch hierfür von Nutzen wäre.

Frage: Wie sehen Sie Ihre zukünftige Rolle?
Diana: Ich möchte gerne eine Art Botschafterin dieses Landes sein und unser Land im Ausland repräsentieren. Da ich nun schon mal so ein großes Interesse bei den Medien hervorrufe, finde ich, sollte ich nicht hier herumsitzen und mich davon betrüben lassen. Es ist besser, wenn ich mit diesen Leuten herumreise und so demonstriere, was für positive Eigenschaften unser Volk hat. Immer wenn ich eine Auslandsreise mache, begleiten mich etwa 60 bis 90 Fotografen, nur aus Großbritannien, also liegt es doch nahe, daraus etwas Positives zu machen, was unserem Land nützt.

Frage: Sie haben gesagt, dass Sie sich Ihre Zukunft als eine Art Botschafterin vorstellen. Aber auf wessen Veranlassung? Was bringt Sie dazu zu denken, dass Sie sich selbst für eine Botschafterin halten können? 
Diana: Ich habe 15 Jahre lang in einer privilegierten Situation gelebt. Ich habe eine sehr gute Menschenkenntnis und ich weiß, wie ich mich mit ihnen verständigen muss. Ich habe das gelernt und ich möchte etwas daraus machen. Und wenn ich die Leute im öffentlichen Leben beobachte, denke ich, obwohl ich mich nicht sonderlich für Politik interessiere, dass die schlimmste Krankheit, an der unsere Welt heute und in diesem Jahrhundert leidet, darin besteht, dass die meisten Menschen zwischenmenschliche Zuneigung vermissen, und ich weiß, dass ich ihnen meine Zuneigung zeigen kann, für eine Minute, eine halbe Stunde, einen Tag oder einen Monat, ich kann ihnen etwas geben, und das ist es, was ich tun möchte. 

Frage: Glauben Sie, dass die Menschen in Großbritannien mit der Rolle, die Sie spielen, zufrieden sind?
Diana: Ja, ich glaube, dass die Menschen in unserem Land jemanden brauchen, der ihnen Zuneigung schenkt, in aller Öffentlichkeit, der ihnen das Gefühl gibt, wichtig zu sein, der ihnen Unterstützung gibt und Licht bringt in ihr dunkles Leben. Ich sehe es als eine möglicherweise einzigartige Rolle, aber es stimmt auch, dass ich damit meine Probleme hatte, wie jeder im Laufe der Jahre beobachten konnte, aber lassen Sie uns jetzt die Erfahrung, die ich gesammelt habe, nutzen, um in Not geratenen Menschen zu helfen.

Frage: Glauben Sie, dass Sie das können?
Diana: Ich weiß, dass ich das kann, ich weiß es, ja.

Frage: Bis zu dem Augenblick, in dem Sie in die königliche Familie kamen, schien die Monarchie eine unumstrittene Position im Herzen Großbritanniens zu haben. Haben Sie das Gefühl, dass es an Ihnen liegen könnte, wenn jetzt das Fortbestehen der Monarchie in Frage gestellt wird?
Diana: Nein, an mir liegt es nicht. Nun ja, ein oder zweimal habe ich Kommentare gehört, so in dem Stil wie ‚Diana hat die Absicht, die Monarchie zu zerstören‘, die mich ziemlich bestürzt gemacht haben, denn wie kann ich etwas zerstören wollen, von dem die Zukunft meiner Kinder abhängt? Ich werde für meine Söhne auf jeder Ebene eintreten und kämpfen, damit sie glücklich werden und ein gutes Gewissen haben und ihre Pflichten erfüllen können. Aber was mich bezüglich all dieser Leute, die über die Monarchie diskutieren, stört ist, dass ihnen das alles egal ist und ich denke, dass da das Problem liegt und ich finde, dass man dafür eine Lösung finden sollte.

Frage: Sie haben gesagt, dass den Leuten die Monarchie egal ist, wie meinen Sie das?
Diana: Es ist ihnen einfach gleich. Die Leute kümmern sich nicht mehr darum. Sie sind so derartig überhäuft worden mit den Eheproblemen, mit dies und jenem, dass sie es einfach leid sind. Ich selbst bin es leid, darüber zu lesen, und ich bin selbst betroffen. Wer weiß, was die Leute auf der Strasse darüber denken mögen.

Frage: Glauben Sie, dass die Monarchie sich anpassen und sich verändern muss, um überleben zu können?
Diana: Ich kann verstehen, dass Veränderungen den Leuten Angst macht, besonders, wenn es kein Ziel gibt. Es ist besser, alles beim Alten zu belassen. Ich kann das verstehen. Dennoch bin ich der Meinung, dass es einige Dinge gibt, die sich ändern könnten und die diese Zweifel beseitigen könnten, die das manchmal schwierige Verhältnis zwischen der Monarchie und der Öffentlichkeit verbessern könnten. Monarchie und Öffentlichkeit könnten Hand in Hand einhergehen, anstatt so fern voneinander zu sein.

Frage: Was tun Sie persönlich, um einen gewissen Wandel einzuleiten und zu verwirklichen?
Diana: Nun, zum Beispiel mit William und Henry, indem ich Sie mitnehme zu Projekten für Obdachlose, ich habe die beiden mitgenommen zu Leuten, die unheilbar an Aids erkrankt waren - obwohl ich ihnen gesagt habe, dass sie Krebs hatten - ich bin mit meinen Kindern an vielen Orten gewesen, an denen die anderen Mitglieder der königlichen Familie in dem Alter ganz bestimmt nicht waren. Sie haben zumindest das Wissen darum erworben - vielleicht werden sie das nie jemals wieder verwenden, aber die Grundlage haben sie und ich hoffe, dass sie darauf aufbauen werden, denn Wissen ist Macht.

Frage: Was erhoffen Sie sich von dieser Erfahrung für Ihre Kinder - welche Auswirkung wird diese Erfahrung für sie haben?
Diana: Ich möchte, dass sie die Gefühle der Menschen verstehen, ihre Unsicherheiten, ihre Sorgen, aber auch ihre Hoffnungen und Träume.

Frage: Was für eine Art von Monarchie erwarten Sie?
Diana: Ich bin für eine Monarchie, die mehr Kontakt mit dem Volk hat - allerdings nicht indem man ein bisschen mehr mit dem Fahrrad umher fährt und ähnliche Dinge, sondern ein größeres Maß an tiefergehendem Verständnis. Das ist allerdings nicht als Kritik an der derzeitigen Form der Monarchie gedacht: ich sage das nur, weil ich das in der Rolle, die ich für mich gewählt habe, mehr oder weniger täglich sehe, höre und empfinde.

Frage: Es wird gegenwärtig auch viel darüber diskutiert, wie man die Situation von Ihnen und Prince Charles lösen könnte. Es wird sogar eine Scheidung Ihrer Ehe vorgeschlagen. Wie denken Sie darüber?
Diana: Ich will die Scheidung nicht, obwohl wir natürlich Klarheit brauchen in einer Situation, über die speziell in den vergangenen drei Jahren heftig diskutiert worden ist. Deshalb sage ich lediglich, dass ich die Entscheidung meines Mannes über den Weg, den wir gehen sollen, abwarte.

Frage: Wenn er sich für eine Scheidung aussprechen würde, würden Sie das akzeptieren?
Diana: Ich würde selbstverständlich mit ihm darüber reden, obwohl bisher keiner von uns beiden das Thema angesprochen hat, obwohl der Rest der Welt dies getan zu haben scheint.

Frage: Ist es Ihr Wunsch, geschieden zu werden?
Diana: Nein, das ist es nicht.

Frage: Warum? Würde dies die Lage nicht klären?
Diana: Warum sollte das der Fall sein?

Frage: Es würde die Klarheit bringen, über die Sie sprechen und es würde vielleicht bezüglich der Öffentlichkeit für Klarheit sorgen.
Diana: Ja sicher, aber was soll mit den Kindern passieren? Unsere 
beiden Jungen - sie sind doch eigentlich die Hauptsache?

Frage: Glauben Sie, dass Sie jemals Königin sein werden?
Diana: Nein, das glaube ich nicht.

Frage: Warum sind Sie dieser Meinung?
Diana: Ich wäre gern die Königin der Herzen, in den Herzen der Menschen, aber ich sehe mich nicht als Königin dieses Landes. Ich glaube nicht, dass mich viele Leute gerne als Königin sähen. Genauer gesagt, viele Leute im Establishment, in das ich eingeheiratet habe, weil man beschlossen hat, dass ich ein Blindgänger bin und zu nichts tauge

 

                          

 

 

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